
Ich versteh nicht, warum die Amps im Gegensatz zu den Breeders so unbeliebt scheinen. Dabei sind doch die Amps praktisch die Breeders. Und die Breeders praktisch die Amps. Nur das die Schwester von Kim Deal, Kelley Deal, fehlt. Kim Deal hat übrigens alle Songs auf Pacer (erschienen 95 auf 4ad), bis auf eine Ausnahme, geschrieben. Vielleicht erinnert ihr euch nebenbei noch an ihren Gastauftritt bei Little Trouble Girl von unserer Lieblingsband, wo sie mitgesungen hat.Außerdem versteh ich nicht, warum einige Leute Ms. Deal im vorletzten Sommer, als das neue Breeders Album rauskam, so runtergemacht haben. Ich fand doch dieses Album toll. Ich blicke jetzt mit einem verstohlenem Blick zur Visions Redaktion.
Nun gut, jetzt bin ich endlich bei der Hauptattraktion angelangt. Ein Glück das der Eintritt nicht mehr als 10 gekostet hat. Ich machs mir bequem und lasse mir die Pogrammübersicht in die Hand drücken. Hm, schade, diese Papphülle hat ja gar kein Booklet dabei. Aber dafür gibts verschwommene Bilder, die mir gefallen. Des Weiteren sind die zwölf Songs, die die Scheibe enthält, schön sauber und ordentlich, nebeneinander, in zwei Hälften aufgeteilt, aufgelistet. Jetzt liege ich und lausche der Musik:
Den Gesang mag ich persönlich sehr. Oft verträumt und dahin schwebend, manchmal kreischend und natürlich voller Pop. Leg dich hin und lausche. Sehr kreativ. Typisch Kim Deal.
Die Gitarre ist das gesamte Album schön verwaschen und verwichst. Spitzenmäßig. Die Aufnahme ist sowieso sehr gut gelungen. Hört sich nach Low-Fi und nach Demoaufnahmen an. Das Gitarrenriff wird, mit wenigen Ausnahmen, bei jedem Song, ständig, ohne Pause, durchgespielt. Entweder ist es nur ein Ton; zwei, die sich abwechseln; oder vier verschiedene Töne die aufeinander Folgen typisch Kim Deal. War schon bei Last Splash genauso, aber ich finds gut. Fast immer spielen zwei Gitarren.
Solos kommen nur sehr wenig, sporadisch, vor. Und wenn, dann saukurz (außer einmal). So höchstens 5 Töne oder so , fand ich irgendwie sehr sympathisch. Ist glaub ich auch typisch Kim Deal.
Vom Schlagzeugspiel hab ich keine Ahnung, hört sich aber cool und passend an. Ich glaub auch abwechselungsreich.
Der Bass tritt kaum hervor, trägt aber solide (wie wohl alle anderen Bässe der Welt) die Gitarre und den Song an sich.
Der Songaufbau ist verschieden. Oft die weit bekannte Verse Chorus Verse Geschichte, mit der sich speziell Popsongs gut ausdrücken lassen. Manchmal auch derselbe Gesang den gesamten Song lang, also potenzielle Kandidaten für Endlosschleifen. Manchmal scheint ein Song nicht fertig geworden zu sein. Zwei, Drei Akkorde sind normal.
Abschließend muss ich sagen, in meiner persönlichen Musikgeschichte ist diese Scheibe eingeschlagen wie ne Bombe. Seit dem Tag, an dem ich es bekam, hörte ich es ab sofort stundenlang. Ich glaub die Ohren von meinem Bruder, der im Zimmer nebenan wohnt, fühlen sich sehr beleidigt. Hihi. Selbst schuld wenn man Techno und Mainstream mag. Cool ist es auch, wenn man direkt nachm Aufwachen die Mucke volle Lotte aufdreht.
Okay, es ist zwar nicht perfekt und an einigen Stellen wohl verbesserungswürdig, aber wer will das schon! Erwähnungswert find ich auch den zerkratzten Pop, der eigentlich die ganze Platte trägt. Zwei, drei Songs find ich trotzdem n bischen lahm. Meine persönlichen Favoriten sind Full on Idle, Empty Glasses und Tip City.
Fazit: Ich hätte mal richtig Bock mit Kim zu jam yeah