
Band: The Vines
Titel: Winning Days
Release: 22.03.04
Die englische Musikpresse neigt ja gerne dazu, um die ein oder andere Band einen Hype zu kreieren. Mal berechtigt, mal weniger. Neben den Strokes, Kings Of Leon (die ich auf dem ATP verpasst hab) oder gerade jetzt Franz Ferdinand, war vor knapp zwei Jahren der Fokus auf die australischen The Vines und ihr Debüt Highly Evolved gerichtet. Durchaus berechtigt. Jetzt kehrt das Quartett mit dem Nachfolger Winning Days zurück. Weniger gespannt als damals, dafür aber mit einer höheren Erwartungshaltung, läuft die Platte und überzeugt direkt beim ersten Mal.
Natürlich erfinden sich die Vines auf Winning Days nicht neu, brauchen sie auch nicht, denn in Punkto Abwechslungsreichtum glänzten die Sydneyer bereits auf ihrem Erstling. Eine ähnlich bunte Mischung ist auch heute wieder zu hören, mit dem wesentlichen Unterschied, dass die lauten Stücke wie Fuck The World, Ride oder Animal Machine und ruhige Songs wie Autum Shade II, besser produziert wurden (ist ja auch das zweite Album). Ob dies mit den Albumaufnahmen in den Bearsville Studios zu Woodstock in Verbindung steht bleibt offen. Könnte aber durchaus möglich sein, weil ein Gefühl von Friede, Freude, Eierkuchen bei etlichen Nummern der Platte mitschwingt und warum sonst würde man heute noch einen Song Sun Child nennen? Erinnert teilweise an die Beatles. Auf der anderen Seite stehen da aber noch die schnellen und dreckigen Up Tempo Tracks, bei denen Craig Nicholls Stimme Töne anreist, die man eher bei Nirvana ansiedeln würde. Winning Days ist ein mehr als ordentlicher Nachfolger der Vines, mit dem sie sich auch nicht hinter ihren Freunden von Jet verstecken müssen - laut Bassist Patrick Mathews sind die nämlich besser.
Anspieltips:
- Ride
- Fuck The World
- TV Pro
- Shes Got Something To Say to Me
- Animal Machine